„Die Jugi-Gäste kommen auch mal in Hausschuhen zum Essen“

Ida (11) war schon als kleines Mädchen in den Schweizer Jugendherbergen zu Gast. Im Interview erzählt sie, was ihr bisher besonders gut gefallen hat und wo die Unterschiede im Vergleich zu einem normalen Hotel liegen.

Clau­dia: Stel­le dich kurz vor.

Ida: Mei­ne Name ist Ida und ich gehe in die 5. Klas­se. Mein Lieb­lings­tier ist der Wolf, ich rei­se ger­ne und bin am liebs­ten mit der Fami­lie und mit Freund*innen zusam­men.

Was macht dir beim Rei­sen am meis­ten Spass? Das Unter­wegs sein, das Ankom­men oder neue Leu­te tref­fen?

Alles zusam­men.

Mit wem bist du am liebs­ten unter­wegs?

Ich rei­se am liebs­ten mit der Fami­lie, kann mir aber auch sehr gut vor­stel­len, dass ich dann mit Freun­din­nen und Freun­den ver­rei­se, wenn ich alt genug bin.

In- und aus­ser­halb der Schwei­zer Jugend­her­ber­gen gibt es immer viel zu ent­de­cken. © Clau­dia Jucker

Wie oft hast du schon Feri­en in den Schwei­zer Jugend­her­ber­gen gemacht?

Das kann ich nicht mehr sagen, aber schon oft. Ich war im wellnessHostel3000 in Laax, als es ganz frisch eröff­net war. Da war ich zum ers­ten Mal in einer Jugi.

Was ist der Unter­schied zu einem “nor­ma­len” Hotel?

Meis­tens ist es in der Jugi ent­spann­ter. Die Gäs­te kom­men auch mal direkt in den Haus­schu­hen zum Essen. An der Rezep­ti­on sind alle nett und man darf Du sagen. Lus­tig ist auch, dass man vor der Abrei­se sein Bett selbst abzie­hen muss.

Gibt es etwas, das immer gleich ist?

Ja, es hat ein Gäs­te­buch und ein Buf­fet. Ich bin voll der Buf­fet­mensch.

Ida liebt Früh­stück – und Buf­fets. © Clau­dia Jucker

Was gefällt dir an den Schwei­zer Jugend­her­ber­gen beson­ders gut?

Das sie so viel­sei­tig sind! Ein­mal haben wir im Schloss Burg­dorf über­nach­tet und sind dort am Abend direkt von der Jugi ins Schloss-Muse­um gegan­gen. Auf einer Bike­pack­ing­tour ent­lang des Rheins waren wir im Fürs­ten­tum Liech­ten­stein und haben eine Nacht in Scha­an-Vaduz geschla­fen, das war auch cool.

Gibt es etwas, das du ändern wür­dest?

Ja, die Früh­stücks­zei­ten. Ich wür­de ger­ne aus­schla­fen und bis 11.00 Uhr früh­stü­cken kön­nen. In Scha­an-Vaduz gibt es nur bis 9.30 Uhr Früh­stück, in ande­ren Jugis zum Teil bis 10.00 Uhr.

An wel­che Jugend­her­ber­ge erin­nerst du dich am bes­ten?

Ans wellnessHostel4000 in Saas-Fee. Da war ich letz­ten Herbst zusam­men mit einer Freun­din und mit unse­ren Mamas. Wir haben beim Wan­dern Mur­mel­tie­re gese­hen und sie mit Rüeb­li gefüt­tert. Abends haben wir uns dann im Hal­len­bad aus­ge­tobt. Mon­treux im Som­mer war auch toll! Da sind wir von der Jugi in Bade­sa­chen direkt mit dem Stan­dUp Padd­le auf den Gen­fer­see und als wir in Mar­tigny geschla­fen haben, waren wir im Bar­ry Muse­um, wo ich jun­ge Bern­har­di­ner­wel­pen gese­hen habe. So her­zig!

Auf Streif­zug durch das wellnessHostel4000 Saas-Fee. © Clau­dia Jucker

Fühlst du dich frei­er in einer Jugi? 

Ja, total. Wir Kin­der müs­sen nicht spe­zi­ell lei­se sein. Zudem gibt es immer ein gros­ses Ange­bot mit Gesell­schafts­spie­len, die ich dann neu ken­nen ler­ne.

Wo ver­bringst du in der Jugi am liebs­ten Zeit?

Im Gemein­schafts­raum, aber auch im Zim­mer.

Was hast du dabei, wenn du in die Jugi gehst?

Mein Kuschel­tier.

Du warst auch schon in Jugend­her­ber­gen aus­ser­halb der Schweiz. Wel­che ist dir am meis­ten geblie­ben?

Das war in der STF Prins­vil­lan in der Nähe von Stock­holm. Wir hat­ten dort per Zufall das gan­ze Haus für uns allei­ne und abends stand plötz­lich ein Elch im Gar­ten. Das war mega auf­re­gend. Es gab dort auch super lecke­res Früh­stück mit haus­ge­mach­tem Küm­mel­brot.

In Schwe­den sagt der Elch ger­ne ein­mal guten Mor­gen. © Clau­dia Jucker

Wel­che Jugend­her­ber­ge steht bei dir als nächs­tes auf dei­ner Wunsch­lis­te?

Da bin ich ganz offen, aber mei­ne Mama hat mir gesagt, dass bald eine neue in Genf eröff­net wird. Die wür­de ich sehr ger­ne mit ihr zusam­men besu­chen.

Lie­ber oben oder unten schla­fen?

Oben.

Ida hat schon ganz vie­le Jugi-Erin­ne­run­gen geschrie­ben. © Clau­dia Jucker

Jugi in der Stadt oder auf dem Land? Bei­des.

Schö­nes Zim­mer oder coo­ler Spiel­raum? Coo­ler Spiel­raum.

Mehr­bett- oder Fami­li­en­zim­mer? Fami­li­en­zim­mer.

Gera­de für Fami­li­en lohnt sich eine Mit­glied­schaft bei den Schwei­zer Jugend­her­ber­gen für CHF 30.- im Jahr. Die Fami­li­en­zim­mer der Schwei­zer Jugend­her­ber­gen sind oft die preis­güns­ti­ge­re Vari­an­te, Feri­en in den Ber­gen oder in Städ­ten zu machen, weil auch noch das Früh­stück inklu­diert ist. Vie­le Jugend­her­ber­gen sind gut an die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel ange­bun­den und bie­ten spe­zi­el­le Ange­bo­te für Fami­li­en, wie zum Bei­spiel kos­ten­lo­se Berg­bahn­ti­ckets.

Über die Autorin

Clau­dia Jucker ist freie Rei­se­jour­na­lis­tin mit Fokus Fami­lie und Life­style und arbei­tet für ver­schie­de­ne Maga­zi­ne und Zei­tun­gen. Schon als Kind ist sie viel in der Welt her­um­ge­kom­men und hielt ihre Erleb­nis­se auf Post­kar­ten und in Rei­se­ta­ge­bü­chern fest. Heu­te folgt sie der­sel­ben Neu­gier und spürt beson­de­re Orte, Unter­künf­te und Desti­na­tio­nen auf, die sie in ihre Bei­trä­ge ein­flies­sen lässt. Weil sie so oft nach indi­vi­du­el­len Rei­se­tipps gefragt wird, hat sie den Rei­se­re­cher­chen-Ser­vice «Jupi» gegrün­det.

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