Grindelwald Aktivitäten: 10 besondere Erlebnisse

Lotte liebt es, neue Länder zu erkunden – ihr jüngstes Ziel ist die Schweiz, genauer gesagt Grindelwald. Hier verrät sie ihre Favoriten und ihre persönlichen Top-10-Tipps, alle ausgehend von der Jugendherberge.

Von der Jugendherberge zu Grindelwalds Highlights

Anreise mit der Bahn

Wer die Schweiz bereist, fährt am bes­ten mit dem Zug, denn mit jeder Kur­ve eröff­net sich ein atem­be­rau­ben­der Aus­blick: majes­tä­ti­sche Ber­ge, die sich aus der Land­schaft erhe­ben. Am Bahn­hof Grin­del­wald ange­kom­men emp­fängt einen fri­sche Berg­luft. Im Herbst zeigt sich der Ort in den Ber­ner Alpen wun­der­schön mit Blu­men geschmückt und gemüt­li­che Ter­ras­sen laden zum Ver­wei­len ein.

Ich brauch­te nur 15 Minu­ten bis zur Jugend­her­ber­ge – mit Gepäck! Auch für ein gutes Essen muss man kei­ne wei­ten Wege auf sich neh­men: Die Jugend­her­ber­ge ser­viert ein schmack­haf­tes und gesun­des Abend­essen in Buf­fet­form. Auf eine Sup­pe folgt der Haupt­gang – Chi­li con Car­ne – und das Des­sert. Beim Abend­essen traf ich ande­re Rei­sen­de, die Grin­del­wald ent­de­cken woll­ten. Ob Schul­klas­sen, Freun­des­grup­pen, Back­pa­cker oder Fami­li­en – bei Spie­len und gemein­sa­mem Mit­ein­an­der herrscht in der Jugend­her­ber­ge abends ein leb­haf­tes Trei­ben.

Nur eine Vier­tel­stun­de vom Bahn­hof ent­fernt ist die Jugend­her­ber­ge Grin­del­wald. © Lot­te van Scha­ik

Mit den ersten Kuhglocken in den Tag starten

Fri­sche Berg­luft und der lei­se Klang der Kuh­glo­cken in der Fer­ne: Bes­ser könn­te der Tag nicht begin­nen. Nach einem reich­hal­ti­gen Früh­stück mit fri­schem Obst, Joghurt, Schwei­zer Brot, Käse und einer wär­men­den Tas­se Kakao bin ich bereit. Vom Bahn­hof Grin­del­wald mit dem Zug nach Grin­del­wald-Ter­mi­nal  geht es anschlies­send mit einer Gon­del vom Tal zur Sta­ti­on Eiger­glet­scher. Dann geht die Rei­se mit der Berg­bahn wei­ter, die mich noch höher hin­auf zum Jung­frau­joch führt, dem «Top of Euro­pe», auf beein­dru­cken­den 3’454 Meter. Das Pan­ora­ma raubt mir den Atem: Unter blau­em Him­mel erstre­cken sich vor mir majes­tä­ti­sche Gip­fel und der wei­te Aletsch­glet­scher. Es lässt sich schwer beschrei­ben, wie es sich anfühlt, so weit oben zu ste­hen, umge­ben von der Pracht der Natur. Man meint tat­säch­lich, die Welt läge einem zu Füs­sen.

Doch das Jung­frau­joch bie­tet mehr als eine gran­dio­se Aus­sicht. Eine anspre­chen­de Rou­te führt an kul­tu­rel­len und his­to­ri­schen Sta­tio­nen ent­lang zum Eis­pa­last, der tief in den Glet­scher gehau­en ist. Nach gut zwei Stun­den Stau­nen mache ich mich auf den Rück­weg und keh­re mit der Kame­ra vol­ler Erin­ne­run­gen nach Grin­del­wald zurück.

Buch­stäb­lich atem­be­rau­bend: Auf über 3’000 Metern über Meer liegt das Jung­frau­joch, das «Top of Euro­pe». © Lot­te van Scha­ik

Die Gletscherschlucht entdecken

Am Nach­mit­tag mache ich mich auf, ein wei­te­res Natur­wun­der zu erkun­den: die Glet­scher­schlucht. Vom Orts­zen­trum ist es ein male­ri­scher 35-minü­ti­ger Spa­zier­gang berg­ab, der Gang durch die Schlucht dau­ert rund andert­halb Stun­den. Die Schlucht wur­de im Lau­fe von 250 Mil­lio­nen Jah­ren von den Kräf­ten der Natur geformt, und auch wenn der Glet­scher, der sie einst präg­te, längst ver­schwun­den ist, bleibt sie ein beein­dru­cken­des Zeug­nis der Zeit. Es ist ein Ort der Ruhe und Ehr­furcht, der abso­lut einen Besuch wert ist.

Einen sol­chen Tag kann man nicht bes­ser aus­klin­gen las­sen als mit einem herz­haf­ten Abend­essen in einem tra­di­tio­nel­len Schwei­zer Restau­rant, wie es das Restau­rant Kreuz & Post bie­tet: ein authen­ti­sches Essen in gemüt­li­cher Atmo­sphä­re. Die Spei­se­kar­te zele­briert die Schwei­zer Küche. So wird die Essens­wahl fast zur schwie­rigs­ten Auf­ga­be des Tages.

Obwohl die Glet­scher­schlucht zu den Haupt­at­trak­tio­nen von Grin­del­wald zählt, ist es wäh­rend mei­nes Besuchs erstaun­lich ruhig – was das Erleb­nis umso schö­ner macht. © Lot­te van Scha­ik

Ein neuer Tag mit neuen Abenteuern in Grindelwald-First

Nach einer erhol­sa­men Nacht star­te ich mit neu­er Ener­gie in den Tag. Bevor ich das Hos­tel ver­las­se, bit­te ich das Team um ein Lunch­pa­ket. Ich erhal­te eine Tüte mit Sand­wi­ches, Obst und einem Snack. Dann mache ich mich zu Fuss auf den Weg zur Tal­sta­ti­on der Gon­del­bahn, die mich zu mei­nen heu­ti­gen Aben­teu­ern brin­gen wird.

Tipp: Ein Spa­zier­gang zum Bachalp­see lohnt sich auf jeden Fall!

Hier lässt sich Mit­tag­essen: Dank Lunch­pa­ket kann an den schöns­ten Orten Rast gemacht wer­den. © Lot­te van Scha­ik

Wer den Ner­ven­kit­zel liebt, kommt in Grin­del­wald First auf sei­ne Kos­ten. In luf­ti­ger Höhe war­ten der First Fly­er und der First Gli­der. Der First Fly­er – auch Fly­ing Fox genannt – ist eine Zipli­ne, auf der bis zu zwei Per­so­nen neben­ein­an­der durch die Luft glei­ten. Sit­zend saust man mit bis zu 84 km/h ein 800 Meter lan­ges Stahl­seil hin­un­ter.  Wer danach noch nicht genug hat, kann mit dem First Gli­der fest­ge­schnallt wie ein schwe­ben­der Adler vor­wärts am Seil durch die Luft glei­ten. Ein ein­zig­ar­ti­ges Gefühl, das den Rausch des Flie­gens mit der Schön­heit der umlie­gen­den Ber­ge ver­bin­det.

Gip­fel, so weit das Auge reicht. Ich konn­te mich kaum satt­se­hen an der fan­tas­ti­schen Aus­sicht auf die Berg. © Lot­te van Scha­ik

Mit dem Mountain Cart zurück ins Tal

Zum krö­nen­den Abschluss mei­nes Tages in den Ber­gen wäh­le ich für den Weg nach unten ein auf­re­gen­de­res Fort­be­we­gungs­mit­tel – den Moun­tain Cart. Nach einer kur­zen Sicher­heits­ein­wei­sung bin ich bereit für die Stre­cke.  Das Tem­po bestimmt man selbst ent­lang der Kur­ven und gera­den Stre­cken und der Cart lässt sich ein­fach steu­ern. Daher kann man auf dem Weg ins Tal die atem­be­rau­ben­de Alpen­ku­lis­se in vol­len Zügen genies­sen.

Nach rund 15 Minu­ten Fahrt kom­me ich an der Mit­tel­sta­ti­on an und stei­ge dort für die letz­te Etap­pe bis ins Tal in die Gon­del­bahn um. Für mich war das die per­fek­te Mischung aus Aben­teu­er und Natur – ein unver­gess­li­cher Abschluss mei­ner Rei­se. Grin­del­wald hat alle mei­ne Erwar­tun­gen über­trof­fen. Die Men­schen waren unglaub­lich gast­freund­lich. Des­we­gen fühl­te ich mich wäh­rend mei­nes gesam­ten Auf­ent­halts wie zu Hau­se. Das ein­zig Schwie­ri­ge? Den rich­ti­gen Zeit­punkt für den nächs­ten Besuch zu fin­den!

Da die Cart­bahn genü­gend Platz hat, ist Immer wie­der ist ein Blick über die fried­li­che Berg­land­schaft mög­lich. © Lot­te van Scha­ik

Über die Autorin

Jugendherberge_Grindelwald_Portrait

Lot­te ist am liebs­ten aktiv unter­wegs – ob in den Ber­gen, auf Rei­sen oder beim Ent­de­cken neu­er Orte. Die gebür­ti­ge Hol­län­de­rin hat ihre Lei­den­schaft fürs Rei­sen zum Beruf gemacht und arbei­tet heu­te in der Tou­ris­mus­bran­che. Obwohl ihre Wur­zeln in den Nie­der­lan­den lie­gen, schlägt ihr Herz für die Ber­ge, wo sie beim Wan­dern und in der Natur neue Ener­gie tankt.

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