Von der Jugendherberge zu Grindelwalds Highlights
Anreise mit der Bahn
Wer die Schweiz bereist, fährt am besten mit dem Zug, denn mit jeder Kurve eröffnet sich ein atemberaubender Ausblick: majestätische Berge, die sich aus der Landschaft erheben. Am Bahnhof Grindelwald angekommen empfängt einen frische Bergluft. Im Herbst zeigt sich der Ort in den Berner Alpen wunderschön mit Blumen geschmückt und gemütliche Terrassen laden zum Verweilen ein.
Ich brauchte nur 15 Minuten bis zur Jugendherberge – mit Gepäck! Auch für ein gutes Essen muss man keine weiten Wege auf sich nehmen: Die Jugendherberge serviert ein schmackhaftes und gesundes Abendessen in Buffetform. Auf eine Suppe folgt der Hauptgang – Chili con Carne – und das Dessert. Beim Abendessen traf ich andere Reisende, die Grindelwald entdecken wollten. Ob Schulklassen, Freundesgruppen, Backpacker oder Familien – bei Spielen und gemeinsamem Miteinander herrscht in der Jugendherberge abends ein lebhaftes Treiben.

Nur eine Viertelstunde vom Bahnhof entfernt ist die Jugendherberge Grindelwald. © Lotte van Schaik
Mit den ersten Kuhglocken in den Tag starten
Frische Bergluft und der leise Klang der Kuhglocken in der Ferne: Besser könnte der Tag nicht beginnen. Nach einem reichhaltigen Frühstück mit frischem Obst, Joghurt, Schweizer Brot, Käse und einer wärmenden Tasse Kakao bin ich bereit. Vom Bahnhof Grindelwald mit dem Zug nach Grindelwald-Terminal geht es anschliessend mit einer Gondel vom Tal zur Station Eigergletscher. Dann geht die Reise mit der Bergbahn weiter, die mich noch höher hinauf zum Jungfraujoch führt, dem «Top of Europe», auf beeindruckenden 3’454 Meter. Das Panorama raubt mir den Atem: Unter blauem Himmel erstrecken sich vor mir majestätische Gipfel und der weite Aletschgletscher. Es lässt sich schwer beschreiben, wie es sich anfühlt, so weit oben zu stehen, umgeben von der Pracht der Natur. Man meint tatsächlich, die Welt läge einem zu Füssen.
Doch das Jungfraujoch bietet mehr als eine grandiose Aussicht. Eine ansprechende Route führt an kulturellen und historischen Stationen entlang zum Eispalast, der tief in den Gletscher gehauen ist. Nach gut zwei Stunden Staunen mache ich mich auf den Rückweg und kehre mit der Kamera voller Erinnerungen nach Grindelwald zurück.
Buchstäblich atemberaubend: Auf über 3’000 Metern über Meer liegt das Jungfraujoch, das «Top of Europe». © Lotte van Schaik
Die Gletscherschlucht entdecken
Am Nachmittag mache ich mich auf, ein weiteres Naturwunder zu erkunden: die Gletscherschlucht. Vom Ortszentrum ist es ein malerischer 35-minütiger Spaziergang bergab, der Gang durch die Schlucht dauert rund anderthalb Stunden. Die Schlucht wurde im Laufe von 250 Millionen Jahren von den Kräften der Natur geformt, und auch wenn der Gletscher, der sie einst prägte, längst verschwunden ist, bleibt sie ein beeindruckendes Zeugnis der Zeit. Es ist ein Ort der Ruhe und Ehrfurcht, der absolut einen Besuch wert ist.
Einen solchen Tag kann man nicht besser ausklingen lassen als mit einem herzhaften Abendessen in einem traditionellen Schweizer Restaurant, wie es das Restaurant Kreuz & Post bietet: ein authentisches Essen in gemütlicher Atmosphäre. Die Speisekarte zelebriert die Schweizer Küche. So wird die Essenswahl fast zur schwierigsten Aufgabe des Tages.
Obwohl die Gletscherschlucht zu den Hauptattraktionen von Grindelwald zählt, ist es während meines Besuchs erstaunlich ruhig – was das Erlebnis umso schöner macht. © Lotte van Schaik
Ein neuer Tag mit neuen Abenteuern in Grindelwald-First
Nach einer erholsamen Nacht starte ich mit neuer Energie in den Tag. Bevor ich das Hostel verlasse, bitte ich das Team um ein Lunchpaket. Ich erhalte eine Tüte mit Sandwiches, Obst und einem Snack. Dann mache ich mich zu Fuss auf den Weg zur Talstation der Gondelbahn, die mich zu meinen heutigen Abenteuern bringen wird.
Tipp: Ein Spaziergang zum Bachalpsee lohnt sich auf jeden Fall!

Hier lässt sich Mittagessen: Dank Lunchpaket kann an den schönsten Orten Rast gemacht werden. © Lotte van Schaik
Wer den Nervenkitzel liebt, kommt in Grindelwald First auf seine Kosten. In luftiger Höhe warten der First Flyer und der First Glider. Der First Flyer – auch Flying Fox genannt – ist eine Zipline, auf der bis zu zwei Personen nebeneinander durch die Luft gleiten. Sitzend saust man mit bis zu 84 km/h ein 800 Meter langes Stahlseil hinunter. Wer danach noch nicht genug hat, kann mit dem First Glider festgeschnallt wie ein schwebender Adler vorwärts am Seil durch die Luft gleiten. Ein einzigartiges Gefühl, das den Rausch des Fliegens mit der Schönheit der umliegenden Berge verbindet.
Gipfel, so weit das Auge reicht. Ich konnte mich kaum sattsehen an der fantastischen Aussicht auf die Berg. © Lotte van Schaik
Mit dem Mountain Cart zurück ins Tal
Zum krönenden Abschluss meines Tages in den Bergen wähle ich für den Weg nach unten ein aufregenderes Fortbewegungsmittel – den Mountain Cart. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung bin ich bereit für die Strecke. Das Tempo bestimmt man selbst entlang der Kurven und geraden Strecken und der Cart lässt sich einfach steuern. Daher kann man auf dem Weg ins Tal die atemberaubende Alpenkulisse in vollen Zügen geniessen.
Nach rund 15 Minuten Fahrt komme ich an der Mittelstation an und steige dort für die letzte Etappe bis ins Tal in die Gondelbahn um. Für mich war das die perfekte Mischung aus Abenteuer und Natur – ein unvergesslicher Abschluss meiner Reise. Grindelwald hat alle meine Erwartungen übertroffen. Die Menschen waren unglaublich gastfreundlich. Deswegen fühlte ich mich während meines gesamten Aufenthalts wie zu Hause. Das einzig Schwierige? Den richtigen Zeitpunkt für den nächsten Besuch zu finden!

Da die Cartbahn genügend Platz hat, ist Immer wieder ist ein Blick über die friedliche Berglandschaft möglich. © Lotte van Schaik
Über die Autorin

Lotte ist am liebsten aktiv unterwegs – ob in den Bergen, auf Reisen oder beim Entdecken neuer Orte. Die gebürtige Holländerin hat ihre Leidenschaft fürs Reisen zum Beruf gemacht und arbeitet heute in der Tourismusbranche. Obwohl ihre Wurzeln in den Niederlanden liegen, schlägt ihr Herz für die Berge, wo sie beim Wandern und in der Natur neue Energie tankt.
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