Langlaufen Schweiz: 4 Regionen im Test

Wir haben uns für dich auf die Loipen gewagt und testen das Langlauf-Angebot rund um unsere Jugendherbergen Zermatt, St. Moritz, Valbella-Lenzerheide und Grindelwald. Hier kommen unsere Tipps, Tricks und Eindrücke von der Trendsportart.

Langlauf-Tipps rund um die Jugis

Lang­lau­fen erfreut sich in den letz­ten Jah­ren an immer grös­se­rer Beliebt­heit. Das hat gleich meh­re­re Grün­de: die Sport­art ist im Ver­gleich zum alpi­nen Ski­fah­ren scho­nen­der fürs Porte­mon­naie, ein her­aus­for­dern­des Work­out an der fri­schen Luft – und für jedes Alter und Level geeig­net.

St. Moritz: Mein ers­tes Mal Lang­lau­fen

In der idyl­lisch gele­ge­nen Jugend­her­ber­ge St. Moritz direkt am Wald habe ich ein Bett im Mehr­bett­zim­mer gebucht. Neben neu­en Bekannt­schaf­ten ist mein Ziel, mich im Lang­lau­fen aus­zu­pro­bie­ren. Nach einem umfang­rei­chen und gemüt­li­chen Früh­stück besu­che ich nach nur weni­gen Geh­mi­nu­ten das Lang­lauf-Cen­ter Suvret­ta Sports (Lang­lau­fen in St. Moritz – Ski­schu­le Suvret­ta). More­na, der sym­pa­thi­sche Fili­al­lei­ter, über­zeugt mich zu einer Pri­vat­stun­de mit Andi, die ich (Spoi­ler) nicht bereu­en wer­de.

Andi ist seit über 30 Jah­ren enga­gier­ter Lang­lauf-Exper­te und hoch­mo­ti­viert. Zunächst üben wir das Ein­stei­gen in die Ski, dann glei­te ich bereits dahin, ohne die Stö­cke zu benut­zen. Mit Tipps und Tricks ist er stets an mei­ner Sei­te. Nur rund 200 Meter neben der Lang­lauf-Cen­ter befin­det sich eine Nor­dic Are­na (St. Moritz Nor­dic Are­na), in der wir nun Run­den dre­hen, brem­sen und Geschwin­dig­keit trai­nie­ren. Ab und zu gön­ne ich mir einen Blick in die unbe­schreib­li­che Berg­welt.

Andis hilf­rei­che Tipps hel­fen mir enorm, Sicher­heit zu gewin­nen. Ab jetzt, so sagt der Exper­te, heisst es üben, üben und üben. Und das geht in die­ser traum­haf­ten Win­ter­desti­na­ti­on per­fekt! 240 Kilo­me­ter Loi­pen ste­hen Lang­lauf-Fans in der Regi­on zur Ver­fü­gung! Tipp: Kauf dir dei­nen Loi­pen­pass ganz ein­fach online. 12 Fran­ken kos­tet er pro Tag, 40 Fran­ken in der Woche. Für die­ses enor­me Ange­bot an prä­pa­rier­ten Loi­pen ein fai­rer Preis!

Mein Fazit: Eine Stun­de zum Start in die für mich neue Sport­art war ide­al, ein­fach um die rich­ti­gen Bewe­gun­gen aus­zu­füh­ren und ein gutes Gefühl zu bekom­men! Ich bin begeis­tert und mache defi­ni­tiv wei­ter.

Karin – Peo­p­le & Cul­tu­re Mana­ge­rin

Bild­le­gen­de: St. Moritz ist mit sei­nem gross­ar­ti­gen Loi­pen­netz ein abso­lu­tes Para­dies zum Lang­lau­fen. © Lin­da Robel

Grin­del­wald: Über­ra­schend unbe­kannt

Grin­del­wald ist bekannt für mäch­ti­ge Ber­ge – die Eiger Nord­wand ist all­ge­gen­wär­tig und unglaub­lich beein­dru­ckend. Kein Wun­der, zieht es zahl­rei­che Schnee­s­port-Fans in die Regi­on. Seit ein paar Jah­ren gibt es nun die Mög­lich­keit, die fan­tas­ti­sche Natur beim Lang­lau­fen zu erkun­den.

Die­ses Aben­teu­er wol­len wir uns nicht ent­ge­hen las­sen. Wir mie­ten unse­re Lang­lauf-Aus­rüs­tung bei Wer­rens Art und buchen uns eine Stun­de pri­va­ten Unter­richt. Unser Leh­rer bringt uns mit dem Shut­tle vom Geschäft direkt zur Loi­pe im Tal. Alter­na­tiv fährt zwei Mal stünd­lich ein Post­au­to. Wir ver­stau­en unser Gepäck in der kos­ten­lo­sen und beheiz­ten Gar­de­ro­be und los geht’s!

Wir stan­den sicher nicht das letz­te Mal auf der Loi­pe. © Nina Wild

In den 60 Minu­ten ler­nen wir die Basics: ver­schie­de­ne Tech­ni­ken für den Stock­ein­satz, Gleich­ge­wichts­übun­gen und der Exper­te gibt uns Tipps mit. Dann sind wir auf uns allein gestellt. Wir bemer­ken sehr schnell Fort­schrit­te, was super moti­vie­rend ist. Und so erkun­den wir gemüt­lich die viel­fäl­ti­ge Loi­pe: Durch den Wald, vor­bei an klei­nen Holz­hüt­ten, mit Aus­sicht auf Ber­ge und Dorf. Und sogar ein paar Son­nen­strah­len erwi­schen wir.

Nach rund 2,5 Stun­den sind wir erschöpft, glück­lich und hung­rig. Mit dem Bus brin­gen wir das Mate­ri­al zurück und machen einen Abste­cher zum Eiger­glet­scher. Dort gibt’s nicht nur eine sagen­haf­te Aus­sicht, son­dern auch mit Käse über­ba­cke­ne Pom­mes. Ein abso­lu­tes Muss! Den Abend las­sen wir schliess­lich gemüt­lich in der Jugi aus­klin­gen.

Nina – PR Spe­cia­list

Gut zu wis­sen:

Beim Check-in in die Jugend­her­ber­ge Grin­del­wald erhältst du die Gäs­te­kar­te. Damit benutzt du Loi­pe und Bus kos­ten­los.

Len­zer­hei­de: Lang­lauf-Pre­mie­re am Heid­see

Eigent­lich woll­te ich mei­nen Auf­ent­halt in der Jugend­her­ber­ge Val­bel­la-Len­zer­hei­de ent­spannt ange­hen. Eigent­lich. Denn Danie­la, mei­ne Weg­ge­fähr­tin, hat­te ande­re Plä­ne: Sie woll­te eine sport­li­che Akti­vi­tät und etwas Neu­es aus­pro­bie­ren. Zum ers­ten Mal auf Lang­lauf­skis. Ob das gut kommt?

Fün­dig wer­den wir bei der EPIC Schnee­s­port­schu­le Len­zer­hei­de. Aus­rüs­tung und Leh­rer las­sen sich direkt dort buchen, alles sehr unkom­pli­ziert. Das Team ist super­nett – Car­lo hat uns sogar in sei­ner Mit­tags­pau­se das Mate­ri­al bereit­ge­stellt. Wir ent­schei­den uns für die klas­si­sche Tech­nik: weni­ger anstren­gend und für uns Green­horns defi­ni­tiv emp­feh­lens­wert.

Eine der schöns­ten Loi­pen der Regi­on führt ent­lang am Heid­see. Start­punkt ist beim Kiosk Canols. Per­fekt, um sich vor oder nach der Akti­vi­tät mit einem heis­sen Punsch zu stär­ken. Das Auto par­kie­ren wir direkt vor Ort (Park­ge­bühr nicht ver­ges­sen).

Unser Lang­lauf­leh­rer Flo­ri­an star­tet mit Tro­cken­übun­gen und einem klei­nen Par­cours. So ler­nen wir die ers­ten Kniffs, bevor es auf die Loi­pe geht. Und dann die Über­ra­schung: Wir kom­men erstaun­lich schnell vor­wärts. Ele­gant dahin­glei­ten? Noch nicht ganz – dafür braucht es etwas mehr Übung. Hin­ge­fal­len sind wir bei­de genau ein­mal. Dafür rich­tig. Aber nichts pas­siert. Auch das Auf­ste­hen will gelernt sein. Gut, dass Flo­ri­an uns das vor­her gezeigt hat.

Rück­bli­ckend kann ich es wirk­lich emp­feh­len, als Anfän­ge­rin oder Anfän­ger zuerst eine Lek­ti­on zu neh­men. Schon nach einer Stun­de kennt man die wesent­li­chen Grund­be­we­gun­gen. Ide­al wären laut Flo­ri­an aller­dings fünf bis sechs Lek­tio­nen, dann sitzt die Tech­nik rich­tig und man lernt den Sport von Grund auf sau­ber.

Mein Fazit: Lang­lau­fen in der Len­zer­hei­de ist der per­fek­te Ein­stieg. Land­schaft­lich top, bes­tens orga­ni­siert und auch für Neu­lin­ge abso­lut mach­bar. Wir kom­men sicher wie­der. Es hat rich­tig Spass gemacht.

André, Direc­tor Mar­ke­ting & Com­mui­ca­ti­ons

Mit einem Lang­lauf­leh­rer macht der Ein­stieg gleich mehr Spass. © Leo­ni­das Port­mann

Mein Tag in Zer­matt, abseits der Ski­pis­ten

Seit Jah­ren bin ich mal wie­der in Zer­matt und über­nach­te in der Jugend­her­ber­ge. Nor­ma­ler­wei­se genies­se ich schon beim fei­nen Früh­stück den Blick aufs Mat­ter­horn. Heu­te lei­der nicht, denn es ist bewölkt. Daher erkun­di­ge ich mich bei Lukas an der Rezep­ti­on nach Akti­vi­tä­ten. Sein Tipp: Lang­lau­fen in Täsch.

Mit dem Zug errei­che ich in weni­gen Minu­ten den hei­me­li­gen Nach­bar­ort. Direkt am Bahn­hof lei­he ich mir die Aus­rüs­tung im Lang­lauf­zen­trum Zer­mat­ters. Auch direkt beim Bahn­hof star­tet das ins­ge­samt 15km lan­ge Loi­pen­netz, wie prak­tisch.

Noch nicht sehr erfah­ren, glei­te ich auf der fla­chen Ebe­ne dahin. Immer vor­aus ein sen­sa­tio­nel­ler Blick in das von traum­haf­ten Ber­gen umge­be­ne Tal. Ab und zu errei­chen sogar ein paar Son­nen­strah­len das Tal und ich kann mir nur zu gut vor­stel­len, wie sen­sa­tio­nell die­se Tour bei kla­rem Him­mel ist. Für klei­ne Päu­schen ste­hen am Rand immer mal wie­der aus­ge­son­der­te Ses­sel­lif­te parat, auf denen du ver­schnau­fen und genies­sen kannst. Wäh­rend mei­ner Tour begeg­ne ich nur fünf wei­te­ren Lang­lauf-Fans.

Fazit: Die Loi­pe in Täsch ist defi­ni­tiv noch ein Geheim­tipp.

Auf dem Rück­weg schlen­de­re ich noch durch den zau­ber­haf­ten Ort. Uralte Häu­ser, zahl­rei­che Geschäf­te und ein­la­den­de Loka­le. Lukas hat­te mir noch den Tipp gege­ben, im Café Petit Roy­al (Cafe | Petit Roy­al | Zer­matt, Switz­er­land) die berühm­te Kar­da­mom Schne­cke zu pro­bie­ren: über­re­det.

Und nun: Wie kann die­ser herr­li­che Win­ter­tag bes­ser enden, als mit einem fei­nen Käse­fon­due? In der Jugend­her­ber­ge kann man die­ses mit Vor­ab­be­stel­lung reser­vie­ren. Es ist ein­fach köst­lich.

Lin­da – Head of Mar­ke­ting 

Lang­lauf-Spass, Mat­ter­horn-Sicht und Käse-Traum: ab nach Zer­matt! © Lin­da Robel

Alle Loi­pen auf einen Blick

Auf der Schweiz­Mo­bil-Platt­form fin­dest du eine lan­des­wei­te Über­sicht der Lang­lauf­loi­pen – ein­zig­ar­tig und so in kei­nem ande­ren Land zu fin­den. Über 3’800 Loi­pen­ki­lo­me­ter las­sen sich in der App und auf der Web­sei­te ent­de­cken.

In St. Moritz fin­dest du bei­spiels­wei­se die bekann­te Enga­din-Ski­ma­ra­thon-Loi­pe, in Val­bel­la-Len­zer­hei­de die anspruchs­vol­le La-Pala-Renn­loi­pe für fort­ge­schrit­te­ne Langläufer*innen. Kurz gesagt: Es ist für alle etwas dabei.

 

PS: Als Mem­ber der Schwei­zer Jugend­her­ber­gen erhältst du das Jah­res­abo von Schweiz­Mo­bil Plus für nur CHF 20.– statt CHF 35.–.

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