Zu dritt sind wir mit dem Zug und dem Bus, mitsamt unseren Bikes und unserem Gepäck, zur Jugendherberge Valbella-Lenzerheide gefahren. Im Vorhinein hatten wir sowohl für die Strecke vom Zürich HB nach Chur, als auch von Chur nach Valbella Dorf die obligatorische Veloreservation bequem über die SBB-App gelöst. Deshalb konnten wir die Reise ohne grosse Sorgen antreten. Die Zugfahrt haben wir genutzt, um uns zu unterhalten und uns wieder auf den neusten Stand zu bringen.
Ankommen in der Jugendherberge Valbella-Lenzerheide
Vor dem Abendessen mussten wir noch zur Jugi hochfahren (5 min von der Haltestelle Valbella Dorf entfernt). Dort angekommen konnten wir ins Zimmer einchecken und unsere Bikes im Bike-Keller abstellen. Dann hiess es ab zum Abendessen; wir hatten Hunger und freuten uns bereits auf ein leckeres 3‑Gang-Menü der Jugi. Bevor wir uns an den Reis mit Curry zum Hauptgang machten, nahmen wir erst das Salatbuffet in Angriff. Zum Dessert gab es eine leckere Vanille-Crème.
Nach dem Abendessen entschlossen wir uns dazu, das Bike-Hostel auszukundschaften. Im grossen Bike-Keller bestaunten wir die anderen Bikes, im Aufenthaltsraum warteten ein Flipperkasten, ein Töggelikasten und ein Tischtennistisch auf uns. Es gab einen Gemeinschaftsraum mit Couch und sogar einen Fernseher und hinter dem Speisesaal befand sich noch ein Raum mit viel Spielzeug für jüngere Kinder und einem grösseren Bücherregal, das zum längeren Verweilen einlud. Nach unserer Erkundungstour planten wir den nächsten Tag und dann hiess es schon bald ab ins Bett.

Zähne putzen mit Aussicht. © Urs Kobler
Der Samstagmorgen fing gemütlich beim leckeren Frühstücksbuffet an. Auf den Berg-Spitzen lag noch Schnee, weshalb wir uns am Abend zuvor für zwei tiefer gelegene Touren entschieden, die wir kombinieren wollten.
Hängebrückenweg Val Meltger
Mit dem Bus ging es nach Lantsch/Lenz und von da aus auf den Hängebrückenweg. Erst durchs Dorf, dann unter einem Skilift hindurch, und schon bald ging es einen steilen Weg den Berg hoch. Man folgte gleichzeitig auch einem Baum-Lehrpfad, der immer wieder zum Raten verlockte. Kurz vor der Hängebrücke gab es eine schöne Picknickstelle mit Picknicktisch, Abfalleimer und einer kleinen Grillstelle. Wir machten eine kurze Znüni-Pause und gingen weiter. Um die Ecke folgte die Hängebrücke: Sie war grösser als wir dachten.
Etwas wackelig war es schon. Dafür gab es danach das leckere Lunch-Paket. © Urs Kobler
Wir überquerten die Hängebrücke und schritten munter weiter, bis wir irgendwann an einem Campingplatz vorbeikamen und wieder bei der Hauptstrasse waren. Dann ging es am Kieswerk in Gravas vorbei zur nächsten Route. Da war es bereits nach 12 Uhr und wir hatten langsam Hunger. Wir erhofften uns ein Bänkli, es kam aber so schnell keines. Also setzten wir uns kurzerhand ins Gras und genossen das Lunch-Paket der Jugi mit einem Sandwich, einem Apfel und einem Riegel.
Dem Wasserfall entgegen
Frisch gestärkt ging es in Richtung Alp Sanaspans auf dem Panoramaweg Scharmoin, wobei wir kurz davor links Richtung Sanaspans-Wasserfall abbogen. Diesen hatte man bereits beim Hochgehen tosen gehört, von der Lantsch-Seite her kann man ihn aber noch nicht erspähen. Über den Bergfluss drüber geht es danach wieder runter, bis man kurz vor der Grillstelle links abbiegen kann. Direkt um die Ecke wird dann die erbrachte Anstrengung mit einem wunderbaren Blick auf den Wasserfall belohnt.
Das Rauschen des Wasserfalls klingt uns noch immer in den Ohren. © Urs Kobler
Nach einer verdienten Pause verliessen wir den Wasserfall und machten uns auf zur Rothorn Talstation, wo wir unsere Bergbahnbillette für den nächsten Tag kaufen wollten. Am Morgen hatten wir noch die Badehose eingepackt, den Schwumm im See liessen wir wetterbedingt aber sein und machten uns stattdessen auf den Rückweg zur Jugendherberge. Dort angekommen genossen wir noch ein Glacé auf den bequemen Holzliegestühlen. Pünktlich zum Abendessen durften wir dann auch Florian begrüssen, der uns am nächsten Tag auf dem Bike begleiten würde. Nach dem Spaghetti-Plausch liessen wir den Abend auf der Aussencouch vor der Jugi ausklingen.
Glacé geht immer. © Urs Kobler
Flowtrails mit Bergpanorama
Am Sonntagmorgen galt es, früh aus dem warmen Bett zu kommen. Schliesslich freuten wir uns alle riesig auf den Bike-Tag. Gestärkt vom Frühstücksbuffet holten wir unsere Bikes aus dem Bike-Keller und machten uns auf den Weg Richtung Tgantieni. Da fuhren wir mit beiden 3er-Sessel bis auf den Piz Scalottas.
Fast auf Augenhöhe mit den Wolken. © Urs Kobler
Von da aus starteten wir mit dem Trail Biketicket to ride rot, der wieder zurück zum Scalottas-Lift führt. Zum Starten könnte man aber auch den Trail Biketicket to ride blau machen, und dann mit der Alpen-Tour wieder zurück zum Scalottas fahren. Diese Variante probierten wir sodann auch noch aus. Sie war weniger steinig als die vorherige, machte aber genau so viel Spass.
Jump! © Urs Kobler
Die Zeit verflog, sodass wir uns schon bald in der Alphütta Fops wiederfanden, wo wir ein leckeres Alp-Plättli und einen Zitronenmelissen-Sirup genossen. Zum Dessert gab es für jeden ein Stück Engadiner Nusstorte.
Wir sind uns nicht sicher was süsser ist: Die Nusstorte oder der Doggo. © Urs Kobler
Abfahrt mit Adrenalinfaktor
Von da aus ging es wieder auf den Piz Scalottas. Nun aber nicht mehr gerade runter: Wir wollten noch bis nach Churwalden fahren und uns da noch ein wenig austoben. Wir fuhren indes einen sehr schönen Trail Brambrüsch – Pradaschier Trail, der am Proschieri Schlepplift vorbeiführte. Bei der nächsten Abfahrt wagten wir uns noch auf den Wetterwichtelweg, der dann in einen schwierigen Bike-Trail mündete. Dieser enthielt steile Passagen und Spitzkehren.

Hier geht es ordentlich bergab. © Urs Kobler
Wieder heil unten angekommen waren wir uns einig, dass dies einmal am Tag cool ist, aber auch nicht öfters als das. So nahmen wir dann nochmals den vorherigen Trail in Angriff und waren pünktlich zur letzten Gondel in Churwalden. Von der Bergstation der Panoramabahn konnten wir nun alles zur Jugi runterfahren. Unsere Bikes, dreckig nach einem Bike-Tag, konnten wir bei der Velowaschstation putzen, sodass wir die ÖV-Heimreise mit sauberen Bikes antreten konnten.
Einmal sauber machen und schon heisst es tschüss, Lenzerheide. © Urs Kobler




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